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ocr_scanner/README.md
T
vchuser b679df6fd3 Doku: Codeabgleich nur innerhalb vertraeglicher Angaben, Grenze ergaenzt
README beschreibt jetzt, dass ein Codetreffer einen Widerspruch der
technischen Angaben nicht mehr ueberstimmt (Fehler 1) und dass die
Codemenge eines Stapels ein abgeleiteter statt angesammelter Wert ist
(Fehler 2). Neue Grenze dokumentiert: ein gelesener Barcode-Inhalt ist exakt
gelesen, aber nicht garantiert eine Teilenummer - eine geteilte Los- oder
Wiederverkaeufer-Kennung kann zwei verschiedene Module verbinden, wogegen
die neue Widerspruchspruefung schuetzt. Testanzahl auf 124 aktualisiert.
2026-07-29 09:22:11 +02:00

363 lines
21 KiB
Markdown

# RAM-Sortierhilfe
Browser-App, die per Handykamera gebrauchte Server-RAM-Module erkennt und
beim physischen Sortieren am Tisch anleitet: Modul vor die Kamera halten, die
App nennt den Stapel.
Zwei Module gelten als zusammengehörig, wenn sie denselben Barcode-Inhalt
tragen — ein Barcode ist exakt gelesen, das ist der zuverlässigste Maßstab.
Jeder Stapel führt dafür die Menge der Barcode-Zeichenketten, die bei seinen
*aktuell* ihm zugeordneten Modulen gelesen wurden (`stack.codes`); diese Menge
wird nicht angesammelt, sondern aus den Codes der zugeordneten Einträge
(`entry.codes`) abgeleitet — genau wie der Stapelzähler (siehe „Sitzungssicherung
im Detail" unten). Sortiert der Nutzer ein Modul um oder entfernt es, verliert
der alte Stapel dessen Codes deshalb sofort wieder; ein bereinigter Fehler
zieht kein weiteres Modul mehr fälschlich an. Trägt ein neu gescanntes Modul
einen Code, den ein Stapel bereits kennt, ist dieser Stapel Kandidat — aber
nur, wenn die technischen Angaben beider Seiten sich dabei nicht widersprechen
(`specsCompatible` in `src/spec.js`, siehe unten); ein Codetreffer allein
genügt nicht, sonst könnte ein Code, der gar keine Teilenummer ist, zwei
technisch verschiedene Module zusammenführen (siehe „Grenzen"). Genau ein
solcher Kandidat gehört dorthin, auch wenn die technischen Angaben
unvollständig sind (`proposeAssignment` in `src/session.js`). Auf Etiketten
stehen oft zwei Codes, von denen einer die Seriennummer ist, die bei jedem
Modul anders ist: Sie läuft beim Codeabgleich einfach ins Leere, während die
danebenstehende Teilenummer trägt — kein Sonderfall, nur eine Konsequenz des
Mengenvergleichs.
Kennt kein Stapel einen der gelesenen Codes ohne Widerspruch (typischerweise
beim ersten Modul eines neuen Stapels, aber auch dann, wenn ein Codetreffer an
der Widerspruchsprüfung scheitert), vergleicht die App stattdessen über alle
Merkmale, die
bei Modul und Stapel bekannt sind — Kapazität, Bauform, Rank, Geschwindigkeit
und, sofern gelesen, Hersteller-Teilenummer (`specsCompatible` in
`src/spec.js`); ein auf einer Seite fehlendes Merkmal wird dabei übersprungen,
nicht als Widerspruch gewertet. Ein Stapel gilt dabei nur als Kandidat, wenn
er mit dem Modul mindestens ein tatsächlich erkanntes Merkmal teilt
(`sharesSetField` in `src/session.js`) — ein Stapel ganz ohne erkannte Angaben
(etwa aus einem manuell entschiedenen Rot-Fall) ist deshalb nie automatisch
treffend, sonst würde er lautlos jedes folgende Modul an sich ziehen. Passt
danach genau ein Stapel, wird das Modul zugewiesen; passen mehrere oder mehrere
über einen bekannten Code, fragt die App nach. Das hat eine bewusst in Kauf
genommene Folge: Konnte die Teilenummer nicht gelesen werden — der häufige
Fall bei überklebten oder beschädigten Etiketten — und passt anhand der
übrigen Merkmale nur ein Stapel, landet das Modul dort, auch wenn seine
tatsächliche Teilenummer eine andere wäre. Diese Abwägung ist Absicht: Ohne
sie müsste die App bei jedem zweiten Modul nachfragen, sobald die
Texterkennung keine Teilenummer liefert.
Die Erkennung läuft vollständig lokal im Browser — kein Server, keine Cloud,
keine Daten verlassen das Gerät.
## Funktionsweise
1. **Barcode zuerst.** Code-128 und DataMatrix werden aus dem Kamerabild
dekodiert (`zxing-wasm`). Das ist exakt, im Gegensatz zu Texterkennung.
Werden mehrere Barcodes im Bild gefunden, die sich widersprechen (nicht
dieselbe Teilenummer), gilt das als mehrdeutig — die App rät nicht,
sondern fragt nach. Das gilt nur für Barcodes mit einem bekannten
Nummernschema; widersprechen sich mehrere Barcodes mit unbekanntem
Nummernschema, wird keine ihrer Teilenummern übernommen.
2. **Teilenummer-Decoder.** Aus einer Hersteller-PN wie `M386A8K40BM1-CRC4Y`
werden Kapazität, Bauform und Geschwindigkeit tabellengesteuert
abgeleitet. Gelingt das, entfällt OCR vollständig, das Ergebnis ist grün.
Kennt der Decoder das Nummernschema nicht (siehe „Grenzen“ unten), ist das
allein noch kein Grund für Rot: Zum Sortieren muss keine Kapazität bekannt
sein, eine exakt gelesene Teilenummer genügt, um ein Modul wiederzuerkennen
(`recognize` in `src/pipeline.js`). Findet die anschließende Texterkennung
dazu auch keine Kapazität, ist das Ergebnis trotzdem grün, nur eben ohne
abgeleitete Angaben in der Rückmeldung. Ist einer der gelesenen Codes
bereits einem Stapel dieser Sitzung bekannt, steht die Zuordnung ohnehin
fest — dann entfällt auch die Texterkennung, weil sie nichts mehr beitragen
könnte, das über die Zuordnung entscheidet. Bei einem tatsächlich neuen
Modul läuft sie dagegen wie gehabt, denn dort liefert sie die lesbare
Beschriftung des neuen Stapels.
3. **OCR als Rückfallebene.** Nur wenn kein Barcode eindeutig lesbar war oder
sein Nummernschema unbekannt ist (z. B. überklebtes/beschädigtes Etikett
oder ein noch nicht in `src/pn-tables.js` hinterlegter Hersteller). Das
Kamerabild wird dafür in Graustufen gewandelt und mit einem
**Otsu-Schwellwert** in Schwarz/Weiß aufbereitet: Der Schwellwert wird aus
der Helligkeitsverteilung des gesamten Bildes bestimmt, nicht aus einer
festen Kontrastspreizung zwischen hellstem und dunkelstem Pixel. Das macht
die Aufbereitung robust gegen einzelne Lichtreflexe auf glänzenden
Metalletiketten, die eine reine Min/Max-Spreizung leicht kippen würden.
Das OCR-Ergebnis wird anschließend gegen die bekannten Spec-Werte
abgeglichen, was die typischen Verwechslungen (0/O, 1/I, 8/B, …) auflöst.
4. **Stapel-Zuweisung.** Grün (Barcode) und Gelb (OCR) laufen ohne Eingabe
durch; nur bei roter Konfidenz (nichts Eindeutiges erkannt, widersprüchliche
Barcodes oder widersprüchliche unbekannte Barcodes ohne jede OCR-Kapazität)
oder mehrdeutiger Stapelzuordnung fragt die App nach.
5. **Sitzungsfortsetzung beim Start.** Findet die App beim Laden eine in
`localStorage` gesicherte, nicht leere Sitzung vor, wird sie nicht
stillschweigend übernommen, sondern zur Fortsetzung oder zum Verwerfen
angeboten (`askResumeSession` in `src/ui/resume-dialog.js`, verdrahtet über
`initResumeOffer()` in `src/main.js`). Erst „fortsetzen“ stellt Stapel,
Zähler und die „Zuletzt“-Zeile wieder her; „verwerfen“ löscht den
gesicherten Stand und die App startet leer.
6. **Ersatzweg ohne Kamera.** Lässt sich die Kamera nicht starten (z. B.
verweigerte Berechtigung), bleibt die App bedienbar: eine dauerhaft
sichtbare Schaltfläche „Bild auswählen“ öffnet stattdessen die native
Dateiauswahl (`setFilePickerVisible` in `src/ui/scan-view.js`). Die App
versucht danach nicht automatisch erneut, die Kamera zu starten - der
Kamera-Hinweistext bleibt für den Rest der Sitzung stehen und wird nicht
von der OCR-Verfügbarkeitsanzeige überschrieben.
Barcode- und OCR-Adapter sind gegen hängende Aufrufe abgesichert: Die
Erkennungs-Pipeline (`src/pipeline.js`) bricht einen Barcode-Versuch nach 10
Sekunden und einen OCR-Versuch nach 20 Sekunden ab und behandelt das wie ein
leeres Ergebnis, statt die App blockiert zu lassen. Diese Grenzen sind großzügig
bemessen (sie müssen auch das einmalige Laden der WebAssembly-/Sprachmodule
beim ersten Scan einer Sitzung abdecken) und keine Leistungserwartung.
## Installation
```bash
npm install
```
## Entwicklung
```bash
npm run dev
```
Der Server bindet an alle Interfaces; VCH stellt eine Preview-URL mit SSL
bereit. **HTTPS ist Pflicht** — Kamerazugriff (`getUserMedia`) verlangt eine
gesicherte Verbindung; über eine unverschlüsselte `http://`-Adresse verweigert
der Browser die Kamera grundsätzlich, unabhängig davon, ob die App selbst
korrekt funktioniert.
## Tests
```bash
npm test
```
124 Tests, alle grün (Stand dieses Dokuments). Getestet werden ausschließlich
die reinen Module ohne Browser-Zugriff: Teilenummer-Decoder, Spec-Normalisierung
und toleranter Vergleich, OCR-Bildaufbereitung (Otsu-Schwellwert) und
-Feldextraktion, Stapel-Zuweisung, die Erkennungs-Pipeline samt Zeitgrenzen
und Mehrdeutigkeitsbehandlung, sowie die Sitzungssicherung samt Prüfung eines
wiederhergestellten Zustands. Kamera, Barcode-/OCR-Adapter selbst und
Oberfläche laufen nur im echten Browser und werden dort manuell geprüft
(siehe „Am Gerät noch zu prüfen" unten) — `node --test` kennt kein DOM.
## Produktion
```bash
npm run build
npm run preview
```
`preview` hört auf `PORT` aus der Umgebung (Vorgabe `4173`, falls `PORT`
nicht gesetzt ist).
## Technik
- Vanilla JavaScript (ES Modules), kein Framework
- [Vite](https://vite.dev/) als Entwicklungsserver und Bündler
- [`zxing-wasm`](https://github.com/Sec-ant/zxing-wasm) für Code-128 und DataMatrix
- [`tesseract.js`](https://tesseract.projectnaptha.com/) für Texterkennung
- `node:test` für Tests, ohne zusätzliche Test-Bibliothek
## Aufbau
| Datei | Verantwortung |
|---|---|
| `src/spec.js` | Spec-Objekt, bekannte Werte, Fingerabdruck, toleranter Vergleich (Verwechslungstabelle für OCR-Fehler) |
| `src/pn-tables.js` | Herstellertabellen für den Teilenummer-Decoder |
| `src/pn-decoder.js` | Teilenummer → Spec-Felder |
| `src/ocr-extract.js` | OCR-Rohtext → Spec-Felder |
| `src/session.js` | Stapel halten, vorschlagen, buchen, umsortieren, zurücknehmen — inklusive der aus den Einträgen abgeleiteten, je Stapel bekannten Barcode-Inhalte (`stack.codes`), die vor dem Vergleich der technischen Angaben über die Zuordnung entscheiden, sofern diese Angaben nicht widersprechen |
| `src/pipeline.js` | Barcode → Teilenummer → OCR → Ampelfarbe, inkl. Zeitgrenzen, Mehrdeutigkeitsbehandlung und Kurzschluss über einen bereits bekannten Barcode-Inhalt (`deps.isKnownCode`) |
| `src/storage.js` | Absturzschutz der laufenden Sitzung: sichert und lädt aus `localStorage`, verwirft beim Laden jeden in sich unstimmigen Zustand vollständig (siehe unten) |
| `src/camera.js` | Kamerastart, Einzelbildaufnahme, Bilddatei-Ersatzweg |
| `src/barcode.js` | Adapter zu `zxing-wasm` |
| `src/ocr.js` | Bildaufbereitung (Otsu) und Adapter zu `tesseract.js` |
| `src/ui/scan-view.js` | Scan-Ansicht: Kamera-Vorschau, Scan-Knopf, Stapel-Leiste, „Zuletzt"-Zeile, Ersatzweg-Schaltfläche bei fehlender Kamera |
| `src/ui/result-overlay.js` | Kurze Treffer-Rückmeldung (grün/gelb), blendet sich nach kurzer Zeit selbst wieder aus |
| `src/ui/ambiguous-dialog.js` | Rot-Dialog bei roter Konfidenz oder mehrdeutiger Stapelzuordnung |
| `src/ui/resume-dialog.js` | Dialog beim Start: gesicherte Sitzung fortsetzen oder verwerfen |
| `src/ui/session-list.js` | Sitzungsliste: Stapel-Übersicht, Umsortieren, Entfernen, Sitzung beenden |
| `src/ui/describe-spec.js` | Gemeinsame Kurzbeschreibung eines Specs (Kapazität, Rank, Geschwindigkeit, Bauform), wahlweise mit Platzhaltern für fehlende Felder; von Treffer-Rückmeldung, „Zuletzt"-Zeile und Sitzungsliste gemeinsam genutzt |
| `src/main.js` | Verdrahtung aller Module zur lauffähigen App |
| `src/styles.css` | Farbvariablen (Grün/Gelb/Rot der Ampel-Rückmeldung), Layout des Kamera-Vollbilds samt Zielrahmen, Stapel-Leiste und Aktionsknöpfe sowie die Overlays für Treffer-Rückmeldung, Rot-Dialog und Sitzungsliste |
`spec`, `pn-decoder`, `ocr-extract`, `session`, `pipeline` und `storage` sind
reine Funktionen ohne Browser-Zugriff (kein `window`, `document` oder
`localStorage` direkt) und deshalb vollständig mit `node:test` prüfbar.
`camera.js`, `barcode.js`, `ocr.js` und `src/ui/` brauchen einen echten
Browser und werden nur manuell geprüft.
### Sitzungssicherung im Detail
`src/storage.js` prüft eine aus `localStorage` geladene Sitzung gründlich,
bevor sie übernommen wird: Stapel- und Eintragslisten müssen die erwartete
Form haben, Stapelkennungen und Eintragsnummern müssen jeweils eindeutig
sein, jeder Eintrag muss auf einen existierenden Stapel zeigen, und
`nextEntryId` muss größer sein als jede vorhandene Eintragsnummer. Trifft
auch nur eine dieser Bedingungen nicht zu, wird die gesamte gespeicherte
Sitzung verworfen (die App startet leer), statt mit einem halb kaputten
Zustand lautlos weiterzuarbeiten. Der gespeicherte Stapelzähler selbst wird
nie übernommen, sondern beim Laden immer neu aus der tatsächlichen Zahl der
zugeordneten Einträge berechnet — genauso die Codemenge eines Stapels
(`stack.codes`): Sie wird nie aus dem gesicherten Wert übernommen, sondern
stets aus den Codes der ihm tatsächlich zugeordneten Einträge (`entry.codes`)
neu zusammengesetzt, dieselbe Ableitung, die `session.js` nach jedem
Umsortieren oder Entfernen eines Eintrags vornimmt. Sind `stack.codes` bzw.
`entry.codes` vorhanden, werden sie streng geprüft (Liste von
Zeichenketten); ein gesicherter Stand aus einer Fassung vor dieser Erweiterung
ohne diese Felder gilt dagegen nicht als unstimmig, sondern wird beim Laden
als Stapel bzw. Eintrag ohne bekannte Codes wiederhergestellt.
## Grenzen
- Keine Bestandsführung über Sitzungen hinweg, kein Export. Die Sicherung in
`localStorage` ist ausdrücklich nur ein Absturzschutz für die laufende
Sitzung, keine dauerhafte Datenhaltung.
- Das Laden der Seite braucht eine Verbindung; das Sortieren selbst nicht
(nach dem Laden läuft alles lokal im Browser).
- Der Codeabgleich (siehe oben) weiß nicht, ob ein gelesener Barcode-Inhalt
tatsächlich eine Teilenummer ist. Trägt ein Etikett daneben noch eine
Los- oder Wiederverkäufer-Kennung und teilen zwei technisch verschiedene
Module dieselbe, würde ein reiner Codetreffer sie fälschlich zusammenführen.
Dagegen schützt, dass ein Codetreffer allein nie genügt: Ein Stapel ist über
einen Code nur dann Kandidat, wenn die technischen Angaben ihm zusätzlich
nicht widersprechen (`specsCompatible`, siehe `proposeAssignment` in
`src/session.js`) — widerspricht der Stapel trotz passendem Code, fällt das
Modul auf einen eigenen Stapel zurück, statt lautlos falsch einsortiert zu
werden.
- Der Teilenummer-Decoder kennt bisher nur das Samsung-DDR4-Schema. Unbekannte
Schemata sind kein Fehler — sie führen automatisch zum OCR-Weg, und selbst
wenn dieser keine Kapazität findet, genügt die exakt gelesene Teilenummer
allein für Grün (siehe „Funktionsweise“ oben). Nur Kapazität, Bauform,
Rank und Geschwindigkeit hängen am Tabelleneintrag — die Wiedererkennung
eines bereits erfassten Moduls über seinen Barcode-Inhalt nicht.
- **Der Teilenummer-Decoder ist nur teilweise gegen reale Module geprüft.**
Belegt ist ausschließlich der Samsung-Eintrag `A8K40` (64 GB, 4DRx4) mit
dem Geschwindigkeitscode `CRC`, anhand des Referenzmoduls
`M386A8K40BM1-CRC4Y`. Alle übrigen Einträge in `src/pn-tables.js`
die Bauform-Codes (`378`, `391`, `393`, `386`, `471`, `474`) und die
übrigen Geschwindigkeitscodes (`CPB`, `CTD`, `CVF`, `CWE`) — stammen aus
der veröffentlichten Samsung-Systematik und wurden **nicht** gegen ein
reales Etikett bestätigt. Hynix- und Micron-Module haben noch gar keinen
Tabelleneintrag und laufen vollständig über den OCR-Weg. Ein falscher
Tabelleneintrag fällt auf dem Barcode-Weg nicht automatisch auf, weil dort
keine Texterkennung gegenläuft, gegen die er widersprechen könnte — die
Validierung braucht deshalb echte Module, keine Code-Prüfung.
- Farb- und Schriftgestaltung ist bewusst schlicht gehalten und kann nach dem
ersten Einsatz am Tisch nachgezogen werden.
## Herstellertabellen erweitern
`src/pn-tables.js` ist tabellengesteuert. Ein neuer Hersteller oder ein neuer
Dichte-/Geschwindigkeitscode braucht einen Eintrag mit `pattern`,
`formFactor`, `density` und `speed` — keine Codeänderung an `pn-decoder.js`.
Vorgehen für jedes real vorliegende Modul:
1. Hersteller-Teilenummer vom Etikett ablesen (Barcode oder Klartext) sowie
die dazugehörige Klartextzeile mit Kapazität, Rank/Bauform und
Geschwindigkeit.
2. Einen Testfall in `test/pn-decoder.test.js` ergänzen, der die erwarteten
Spec-Felder für genau diese Teilenummer festhält.
3. Den passenden Tabelleneintrag (bzw. die passende Zeile in einer
bestehenden Tabelle) in `src/pn-tables.js` ergänzen, bis der Testfall
grün ist.
4. Den Kommentar am Tabellenkopf aktualisieren, welche Einträge damit belegt
sind.
Ohne reale Module bleiben unbestätigte Einträge unbestätigt — sie sollten
nicht "auf Verdacht" ergänzt werden, weil ein falscher Eintrag auf dem
Barcode-Weg (siehe „Grenzen") nicht mehr auffällt.
## Am Gerät noch zu prüfen
Diese Umgebung hat keinen Browser und kein Handy. Die folgenden Punkte
wurden während der Umsetzung deshalb nur durch Quelltext-Lektüre, `node
--check`, `npm test` und `npm run build` abgesichert, aber nie am echten
Gerät gesehen. Sie sollten vor dem produktiven Einsatz am Tisch geprüft
werden:
**Kamera und Aufnahme**
- Preview-URL auf dem Handy öffnen (muss `https://` sein), Rückkamera-Bild
erscheint im Vorschaubereich; die Statuszeile bleibt leer, solange Kamera
und Texterkennung verfügbar sind.
- Verweigerte Kamera-Berechtigung: verständliche Fehlermeldung erscheint
*und* die Aufnahme-LED des Geräts erlischt tatsächlich wieder.
- Aufnahme-Knopf antippen, bevor das Kamerabild bereit ist: verständliche
Meldung statt technischer Fehler.
- Datei-Auswahl als Ersatzweg (ohne Kamera) öffnet den nativen Dialog und
hinterlässt keine leere Fläche im Layout.
**Barcode- und OCR-Erkennung**
- Samsung-Referenzmodul scannen: Code-128 *und* DataMatrix werden erkannt,
`M386A8K40BM1-CRC4Y` wird korrekt als Teilenummer übernommen, grüne
Rückmeldung mit `STAPEL A`, `64GB 4DRx4 PC4-2400 LRDIMM`.
- Etikett ohne lesbaren Barcode fotografieren: OCR-Weg greift, die
Otsu-Aufbereitung liefert auf einem echten, glänzenden Etikettenfoto
tatsächlich brauchbaren Text (bisher nur an synthetischen Testbildern
geprüft, nie an einem echten Foto).
- Ladezeit des WASM-Barcode-Moduls (`zxing-wasm`) beim allerersten Scan einer
Sitzung beobachten — bleibt sie deutlich unter der 10-Sekunden-Zeitgrenze
der Pipeline, und braucht ein zweiter, schnell nachfolgender Scan nicht
erneut die volle Ladezeit (Beleg, dass die Vorbereitung tatsächlich nur
einmal läuft)?
- Verbindung während des allerersten Scans einer Sitzung unterbrechen (WASM
lädt per CDN), danach mit wiederhergestellter Verbindung erneut scannen:
Das muss einen echten neuen Ladeversuch auslösen statt dauerhaft mit
demselben Fehler zu scheitern.
- Ladezeit des Tesseract-Arbeiters beim allerersten Scan einer Sitzung
beobachten — bleibt sie auf einem normalen Handy deutlich unter der
20-Sekunden-Zeitgrenze der Pipeline?
- Verfügbarkeitsanzeige der Texterkennung: bleibt nach einem erfolgreichen
Ladevorgang dauerhaft "verfügbar", springt nach einem erzwungenen
Fehlschlag (z. B. Flugmodus beim ersten Laden) beim nächsten Erfolg wieder
darauf zurück?
- Stichprobe, ob die feste Zeichen-Whitelist der Texterkennung auf echten
Etiketten keine tatsächlich benötigten Zeichen ausschließt.
- Bild ohne lesbaren Barcode und ohne verwertbaren OCR-Text: Rot-Dialog
erscheint statt Fehler oder Absturz.
- Modul mit unbekanntem Nummernschema (z. B. ein Hynix-Modul) scannen: grüne
Rückmeldung statt Rot, auch wenn keine Kapazität abgeleitet werden kann.
Dasselbe Modul ein zweites Mal scannen: landet auf demselben Stapel — und
die Rückmeldung erscheint spürbar schneller als beim ersten Scan, weil die
Texterkennung diesmal übersprungen wird (nur am Gerät beobachtbar, da
`node --test` keine echte Ladezeit misst).
- Etikett mit zwei Barcodes (Teile- *und* Seriennummer) mehrfach scannen:
beide Scans landen auf demselben Stapel, obwohl die Seriennummer bei realen
Modulen nie identisch ist — das belegt, dass die Teilenummer und nicht die
Seriennummer die Zuordnung trägt.
**Bedienung und Anzeige**
- Zielrahmen liegt sinnvoll über dem Kamerabild, `object-fit: cover` füllt
es passend.
- Stapel-Leiste (`A: 12`, `B: 4`) aus rund einem Meter Entfernung mit einer
Hand lesbar.
- Grüne/gelbe Rückmeldung erscheint nach dem Scan und verschwindet nach
rund 1200 ms von selbst; bei zwei Scans deutlich unter 1200 ms Abstand
bleibt jeweils nur eine Rückmeldung sichtbar und die App bleibt bedienbar.
- Alle Bedienflächen (Scan-, Rückgängig-, Stapel-Knöpfe) mit dem Daumen
erreichbar, während die andere Hand das Modul hält.
- Rückgängig-Knopf: Screenreader liest "Letzten Scan zurücknehmen" vor.
- Rot-Dialog bei Mehrdeutigkeit: vier klar unterscheidbare Flächen ("Stapel
A/B …", "neuer Stapel", "nochmal scannen"); bei vielen Stapel-Kandidaten
bleibt alles per Scrollen erreichbar, ohne dass die Seite dahinter
mitrollt; Tastatur-/Screenreader-Fokus bleibt innerhalb des Dialogs.
**Sitzung**
- Ein Modul zweimal scannen: beide Male derselbe Stapel, Zähler steigt.
- Rücknahme-Fläche nimmt genau den zuletzt erfassten Eintrag zurück, Zähler
sinkt entsprechend.
- Seite neu laden während einer laufenden Sitzung: Dialog „Gesicherte
Sitzung gefunden“ erscheint; erst nach „fortsetzen“ bleiben Stapel und
Zähler erhalten und die „Zuletzt“-Zeile zeigt wieder den tatsächlich
letzten Eintrag; „verwerfen“ führt zu einem leeren Start.
- Sitzungsliste öffnen, Eintrag umsortieren, Eintrag entfernen: Ansicht baut
sich korrekt neu auf.
- "Sitzung beenden": Ansicht wird leer, und ein anschließendes Neuladen
stellt **keine** alte Sitzung wieder her; ein danach neu gescanntes Modul
wird aber wieder normal gegen Neuladen abgesichert.
- Schnelles Mehrfachtippen auf die Stapel-Leiste öffnet nur eine
Sitzungsliste, kein Übereinanderlegen mehrerer Listen.