Geteilte Plentymarkets API Learnings (DOJO.md, ANTI-PATTERNS.md), Claude Code Skill (/plenty-dojo), und Install-Script für neue User.
26 KiB
Plenty Dojo — Allgemeine Plentymarkets-Wissensbasis
Gesammelte Lektionen aus der Arbeit mit der Plentymarkets REST API. Diese Datei enthält allgemeingültige Patterns und Erkenntnisse, die für jeden Plentymarkets-Entwickler relevant sind — unabhängig vom konkreten Shop oder Projekt.
Shop-spezifische Lektionen (eigene Stati, Workflows, Konfigurationen) stehen in
instances/<PID>.md. Kurzform-Anti-Patterns stehen inANTI-PATTERNS.md.
I. Authentifizierung & API-Client
1. Token-Refresh: Konservativ vor Ablauf erneuern
Lektion: Der Access-Token läuft nach ca. 60 Minuten ab. Refresh nach 50 Minuten statt bei Ablauf einplanen.
Warum: Wenn ein Token während eines laufenden Requests abläuft, schlägt der Request fehl. Ein 10-Min-Puffer gibt genug Spielraum, auch bei langsamen Paginierungs-Schleifen.
Pattern:
const TOKEN_LIFETIME_MS = 50 * 60 * 1000; // 50 Min (konservativer Puffer)
if (Date.now() >= this.tokenExpiresAt) await this.authenticate();
Entdeckt: Produktiv seit 2025. Mehrere Projekte nutzen 50min-Threshold ohne Probleme.
2. Rate Limiting: Fester Delay zwischen Requests
Lektion: Die Plenty API hat kein dokumentiertes Rate-Limit-Header-System wie z.B. GitHub. Stattdessen muss man einen eigenen festen Delay zwischen Requests einbauen.
Warum: Ohne Delay kommen ab ~20 Requests/Sekunde 429 Too Many Requests-Fehler. Die API gibt kein Retry-After-Header zurück.
Pattern:
const REQUEST_DELAY = 500; // 500–600ms zwischen Requests
async _rateLimit() {
const elapsed = Date.now() - this.lastRequestTime;
if (elapsed < REQUEST_DELAY) await sleep(REQUEST_DELAY - elapsed);
this.lastRequestTime = Date.now();
}
Best Practice: 500ms für Read-Heavy-Workloads, 600ms wenn auch Writes dabei sind. Bei 429-Fehlern exponentiell backoff: 2s → 4s → 8s.
ACHTUNG — Long Period Write Limit: Bei zu vielen Writes über einen längeren Zeitraum (z.B. tausende POSTs in Folge) gibt es ein zweites, härteres Rate Limit: "long period write limit reached". Dieses blockiert ALLE Requests inklusive /rest/login — nicht nur 429, sondern die gesamte API ist für den Account gesperrt. Dauer: ~2 Stunden (getestet: nach 60min noch gesperrt, nach 2h wieder frei). Nicht dokumentiert. Kein Retry-After Header. Lösung: Bulk-Endpoints nutzen (z.B. POST /rest/items/variations/variation_properties für bis zu 50 pro Request), damit die Gesamtzahl der Writes drastisch sinkt.
Entdeckt: Produktiv seit 2025. 500ms hat sich als zuverlässig erwiesen. Long Period Limit entdeckt 2026-04-08 nach ~15.000 Einzel-POSTs auf /rest/properties/relations.
3. Retry-Strategie: 401 und 429 unterschiedlich behandeln
Lektion: 401 Unauthorized und 429 Rate Limit erfordern verschiedene Retry-Strategien.
Pattern:
const MAX_RETRIES = 3;
// 401: Token abgelaufen → neu authentifizieren, einmal retrien
if (res.status === 401 && attempt === 0) {
await this.authenticate();
continue; // retry
}
// 429: Rate-Limited → exponentieller Backoff
if (res.status === 429) {
const delay = 2000 * Math.pow(2, attempt);
await sleep(delay);
continue; // retry
}
Wichtig: Bei 401 nur einmal retrien (nach Re-Auth). Wenn der zweite Versuch auch 401 gibt, sind die Credentials falsch — nicht endlos loopen.
II. Order-Suche & Sync
4. Delta-Sync: Großzügige Zeitüberlappung (24h) verwenden
Lektion: Beim Delta-Sync (Orders seit updatedAt >= X laden) niemals exakt den letzten Sync-Timestamp verwenden. Mindestens 24 Stunden Overlap einbauen.
Warum:
- Race Condition: Wenn ein Sync exakt zur gleichen Sekunde läuft, in der eine Order geändert wird, kann die Order durchfallen. Der Sync speichert seinen Timestamp NACH dem API-Call, aber die Order wurde WÄHREND des Calls geändert. Jeder folgende Sync startet nach der Order und übersieht sie permanent.
- Zeitumstellung (DST): Bei der Umstellung CET → CEST (oder umgekehrt) verschiebt sich die lokale Zeit um 1 Stunde.
- NTP-Drift: Server-Uhren können um Sekunden bis Minuten voneinander abweichen.
- Plenty-interne Verzögerungen: Das
updatedAt-Feld wird nicht immer sofort aktualisiert. - Fehlgeschlagene Syncs / Container-Restarts: Wenn ein Sync fehlschlägt oder der Container neu startet, kann die Lücke Stunden betragen.
Pattern:
const SYNC_OVERLAP_MS = 24 * 60 * 60 * 1000; // 24 Stunden
const syncSince = lastSyncTimestamp
? new Date(new Date(lastSyncTimestamp).getTime() - SYNC_OVERLAP_MS)
.toISOString().replace(/\.\d+Z$/, '+00:00')
: new Date(Date.now() - 7 * 24 * 60 * 60 * 1000)
.toISOString().replace(/\.\d+Z$/, '+00:00');
Voraussetzung: Die Upsert-Logik muss idempotent sein (ON CONFLICT DO UPDATE), damit doppelt geladene Orders keinen Schaden anrichten.
Aufwand: Etwas mehr Orders pro Sync (idempotent, also kein Problem). Bei typischen Sync-Intervallen absolut akzeptabel.
Warum nicht 3h? 3h wurde initial implementiert, erwies sich aber als zu knapp: Eine Order wurde sekundengenau zum Sync-Zeitpunkt geändert. Durch Container-Restarts (Deploys) kann sich der nächste Sync so weit verschieben, dass ein 3h-Overlap die Order nicht mehr erfasst.
Entdeckt: 2026-04-02. Race Condition bei Sync und gleichzeitigem Statuswechsel. 3h-Overlap half nicht, 24h löste das Problem sofort.
5. Order-Search-Endpoint: Korrekte Struktur
Lektion: Die Auftragssuche in Plenty läuft über POST /rest/orders/search, nicht über einen GET-Endpoint.
Pattern:
const data = await client.search('/rest/orders/search', {
page: 1,
itemsPerPage: 250, // Maximum pro Seite
with: [
'orderItems', // Positionen
'orderItems.variation', // Variations-Details (Kategorien etc.)
'comments', // Auftragskommentare
'dates', // Datumsfelder (Warenausgang etc.)
'properties', // Versandart, Zahlart, Zahlstatus
'relations', // Kontakt-ID (Fallback)
'addresses', // Rechnungs-/Lieferadresse
'amounts' // Rechnungsbetrag, bezahlter Betrag
],
conditionType: 'and', // Oder 'or' für OR-Verknüpfung
fields: [
{ field: 'updatedAt', operator: 'gte', value: '2026-01-15T12:00:00+00:00' }
]
});
Response-Struktur:
{
entries: [...], // Aufträge dieser Seite
isLastPage: true/false, // Letzte Seite?
lastPageNumber: 5 // Gesamtzahl Seiten
}
Pagination: Seiten durchlaufen bis isLastPage === true ODER page >= lastPageNumber.
Operatoren: gte (>=), gt (>), lte (<=), lt (<), eq (=), in (in Array).
6. With-Parameter: Was man wirklich braucht
Lektion: Die with-Parameter bestimmen, welche Related Data mitgeladen wird. Ohne sie fehlen wichtige Felder.
| Parameter | Was es liefert | Wann nötig |
|---|---|---|
orderItems |
Positionen mit Name, Menge, VariationID | Fast immer |
orderItems.variation |
Variations-Kategorien | Für Klassifizierung nach Warengruppe |
comments |
Auftragskommentare | Wenn Kommentare angezeigt/ausgewertet werden |
dates |
Warenausgang, Enddatum etc. | Für Versanderkennung |
properties |
Versandprofil, Zahlart, Zahlstatus | Für Versandart-/Zahlungslogik |
relations |
Kontakt-Zuordnung | Für Contact-ID (Fallback!) |
addresses |
Rechnungs-/Lieferadresse | Für Kundennamen, Firma |
amounts |
Rechnungsbetrag, bezahlt | Für Zahlstatus-Anzeige |
Wichtig: relations muss immer dabei sein, weil contactId manchmal nur über relations.find(r => r.referenceType === 'contact').referenceId erreichbar ist — nicht direkt am Order-Objekt.
7. Verschwundene Aufträge erkennen (Orphan Detection)
Lektion: Aufträge können in der lokalen DB existieren, aber in Plenty nicht mehr im erwarteten Status-Bereich sein. Das passiert z.B. bei manuellen Stornierungen oder Status-Korrekturen.
Pattern: Regelmäßig (z.B. täglich per Active Refresh) alle lokalen Aufträge mit Plenty abgleichen:
- Alle Orders im erwarteten Status-Bereich aus Plenty laden (Full Sync)
- Vergleichen mit lokaler DB
- Für fehlende Orders: Statushistorie einzeln abfragen
- Status in lokaler DB korrigieren oder als "verschwunden" markieren
Tipp: Wenn die Plenty API einen 404 für einen Auftrag zurückgibt, mit einem internen Marker (z.B. status_id = -1) versehen, damit er nicht bei jedem Sync erneut abgefragt wird.
Entdeckt: Plenty-KPI-Projekt. Orders, die manuell in Status 8+ verschoben wurden, blieben in der lokalen DB als "aktiv" stehen.
III. Auftrags-Datenmodell
8. Order-Properties: Versandart, Zahlart, Zahlstatus
Lektion: Versandart, Zahlungsmethode und Zahlungsstatus sind nicht direkte Felder am Auftrag, sondern stecken im properties-Array mit verschiedenen typeId-Werten.
Mapping:
typeId |
Inhalt | Datentyp |
|---|---|---|
| 2 | Shipping Profile ID | Integer als String |
| 3 | Payment Method ID | Integer als String |
| 4 | Payment Status | String-Enum |
Payment Status Werte: 'unpaid', 'partlyPaid', 'fullyPaid', 'overpaid'
Pattern:
const shippingProfileId = parseInt(
order.properties.find(p => p.typeId === 2)?.value, 10
);
const paymentMethodId = parseInt(
order.properties.find(p => p.typeId === 3)?.value, 10
);
const paymentStatus = order.properties.find(p => p.typeId === 4)?.value;
// → 'unpaid', 'partlyPaid', 'fullyPaid', 'overpaid'
9. Order-Dates: Warenausgang und andere Datumsfelder
Lektion: Datumsfelder wie der Warenausgang stecken im dates-Array mit verschiedenen typeId-Werten.
Bekannte Datums-TypeIDs:
typeId |
Bedeutung |
|---|---|
| 5 | Warenausgang (Goods Issue) |
| 10 | Enddatum |
Pattern:
const goodsIssueDate = order.dates?.find(d => d.typeId === 5)?.date;
if (goodsIssueDate) {
// Auftrag hat Warenausgang — wurde versendet
}
10. Adressen: Billing vs. Shipping über pivot.typeId
Lektion: Adressen haben keinen eigenen type-String, sondern ein pivot.typeId das bestimmt, ob es die Rechnungs- oder Lieferadresse ist.
pivot.typeId |
Adresstyp |
|---|---|
| 1 | Rechnungsadresse |
| 2 | Lieferadresse |
Namensfelder:
| Feld | Inhalt |
|---|---|
name1 |
Firmenname |
name2 |
Vorname |
name3 |
Nachname |
Pattern:
const billing = order.addresses?.find(a => a.pivot?.typeId === 1);
const contactName = billing
? [billing.name2, billing.name3].filter(Boolean).join(' ')
: null;
const company = billing?.name1 || null;
11. Amounts: Rechnungsbetrag und Zahlungsbetrag
Lektion: Das amounts-Array enthält Beträge, aber das Array kann leer sein und hat meistens nur einen Eintrag.
Pattern:
const amount = order.amounts?.[0];
const invoiceTotal = amount?.invoiceTotal ?? null;
const paidAmount = amount?.paidAmount ?? null;
Wichtig: Immer mit Null-Checks arbeiten — amounts kann [] oder undefined sein.
12. OrderItem TypeIDs: Variationen, Bundles, Komponenten
Lektion: Nicht jede Position in einem Auftrag ist ein "echtes" Produkt. Das typeId-Feld der OrderItems unterscheidet:
typeId |
Bedeutung | Zählen? |
|---|---|---|
| 1 | Einzelne Variation | Ja |
| 2 | Bundle-Header | Ja (als 1 Stück) |
| 3 | Bundle-Komponente | Nein (gehört zum Bundle) |
| 11 | Variations-Bundle | Ja |
Wichtig: Beim Zählen von Artikeln (z.B. "wie viele Server im Auftrag?") darf man Bundle-Komponenten (typeId 3) nicht mitzählen — sonst wird jeder Server doppelt gezählt.
IV. Status-System
13. Statushistorie: Nach ID sortieren, nicht nach Timestamp
Lektion: Die Statushistorie eines Auftrags darf nicht nach createdAt/Timestamp sortiert werden. Es gibt regelmäßig mehrere Statusbewegungen in derselben Sekunde.
Warum: Plenty erzeugt bei Event-Procedures, Batch-Statuswechseln oder automatisierten Prozessen mehrere Einträge mit exakt demselben Timestamp. ORDER BY createdAt liefert bei Gleichstand eine zufällige Reihenfolge.
Pattern:
-- Richtig: nach ID sortieren (aufsteigend, eindeutig, chronologisch)
ORDER BY plenty_id ASC;
-- Neuesten Status ermitteln:
ORDER BY plenty_id DESC LIMIT 1;
Entdeckt: 2026-04-01. Statushistorie-Ansicht zeigte Einträge in falscher Reihenfolge.
14. Status-History-Endpoint: Response-Format ist inkonsistent
Lektion: GET /rest/orders/{id}/status-history gibt manchmal ein Array, manchmal ein Objekt mit entries-Feld zurück.
Pattern:
const history = await client.get(`/rest/orders/${orderId}/status-history`);
const entries = Array.isArray(history) ? history : (history.entries || []);
Immer beide Formate behandeln — sich auf eines zu verlassen führt zu sporadischen Fehlern.
15. Schreib-Operationen: Immer verifizieren, nie blind vertrauen
Lektion: Nach jedem Statuswechsel (PUT /rest/orders/{id} mit { statusId: X }) den tatsächlichen Zustand prüfen.
Warum:
- Plenty hat interne Event-Procedures, die sofort auf Statuswechsel reagieren und den Auftrag weiter verschieben können.
- HTTP 200 bedeutet "Request angenommen", nicht "Status dauerhaft gesetzt".
- Race Conditions zwischen eigenen Writes und Plenty-Automatisierungen sind häufig.
Pattern:
- Aktuellen Status prüfen (Pre-Check, damit wir nicht rückwärts schieben)
PUT /rest/orders/{id}mit{ statusId: targetStatus }- 1–2 Sekunden warten
- Status erneut abfragen
- Bei Abweichung: Statushistorie holen und analysieren
- Aussagekräftige Meldung ausgeben
16. Status-Werte sind Floats, nicht Integers
Lektion: Plentymarkets verwendet dezimale Statuswerte wie 5.1, 5.12, 5.32, 6.01. Diese müssen als Floats behandelt werden.
Pattern:
const statusId = parseFloat(order.statusId || 0);
if (statusId >= 5 && statusId < 6) { /* im Pool */ }
Anti-Pattern:
if (order.statusId === 5) { /* FALSCH: 5.1 !== 5 */ }
if (parseInt(order.statusId) === 5) { /* FALSCH: verliert Dezimalstellen */ }
V. Dokumente
17. Dokument-Generierung ist asynchron
Lektion: POST /rest/orders/{id}/documents/{type}/generate generiert das Dokument asynchron. Die Response bedeutet nicht, dass das Dokument sofort verfügbar ist.
Wichtige Dokumenttypen:
| Typ-String | Dokument |
|---|---|
order_custom |
Kommissionierschein (Picking List) |
invoice |
Rechnung |
Pattern (Invoice mit Retry):
// 1. Generierung anstoßen
await client.post(`/rest/orders/${orderId}/documents/invoice/generate`);
// 2. Mit Retry warten und abholen
const delays = [3000, 5000, 8000, 10000, 15000];
for (const delay of delays) {
await sleep(delay);
const docs = await client.get(`/rest/orders/${orderId}/documents`);
const invoice = docs.entries
?.filter(d => d.type === 'invoice' && d.status === 'done')
?.sort((a, b) => b.createdAt.localeCompare(a.createdAt))[0];
if (invoice) {
const res = await client.getRaw(`/rest/documents/${invoice.id}`);
const buffer = Buffer.from(await res.arrayBuffer());
return buffer; // PDF-Binary
}
}
Wichtig:
- Dokument-Download geht über
/rest/documents/{docId}(nicht über den Order-Endpoint!) - Immer
status === 'done'prüfen — pending Dokumente sind noch nicht fertig - Nach
createdAtabsteigend sortieren, um das neueste zu bekommen
18. Dokument-Listing: Endpoint und Filterung
Lektion: Alle Dokumente eines Auftrags auflisten über GET /rest/orders/{id}/documents.
Response:
{
entries: [
{
id: 12345, // Dokument-ID (für Download)
type: 'order_custom', // Dokumenttyp
status: 'done', // 'done' oder 'pending'
createdAt: '2026-...' // Erstellungszeitpunkt
}
]
}
Download: Binärdaten über GET /rest/documents/{docId} — liefert den PDF-Inhalt direkt. Methode getRaw() verwenden, dann res.arrayBuffer() → Buffer.from().
VI. Timestamps & Zeitzonen
19. Timestamps: Immer explizit UTC mit Offset
Lektion: Alle Timestamps an die Plenty API immer mit explizitem Timezone-Offset senden (+00:00), nie ohne.
Warum: Plenty's Interpretation von Timestamps ohne Offset ist nicht dokumentiert und kann sich je nach Endpoint unterscheiden. Bei DST-Wechseln besonders kritisch.
Pattern:
new Date().toISOString().replace(/\.\d+Z$/, '+00:00')
// → "2026-04-02T10:15:00+00:00"
Anti-Pattern:
new Date().toISOString().replace('Z', '')
// → "2026-04-02T10:15:00.000" — Interpretation unklar
VII. Kategorie-System
20. Kategorie-Baum: Flache Liste mit Parent-Referenzen
Lektion: Kategorien in Plenty sind eine flache Liste mit parentCategoryId-Referenzen. Es gibt keinen Tree-Endpoint — den Baum muss man selbst aufbauen.
Pattern:
// 1. Alle Kategorien laden (paginiert)
const allCategories = [];
let page = 1, hasMore = true;
while (hasMore) {
const data = await client.get(`/rest/categories?itemsPerPage=250&page=${page}`);
allCategories.push(...data.entries);
hasMore = !data.isLastPage;
page++;
}
// 2. Nachfahren einer Root-Kategorie per BFS finden
function findDescendants(rootId, categories) {
const ids = new Set([rootId]);
const queue = [rootId];
while (queue.length > 0) {
const current = queue.shift();
for (const cat of categories) {
if (cat.parentCategoryId === current && !ids.has(cat.id)) {
ids.add(cat.id);
queue.push(cat.id);
}
}
}
return ids;
}
21. Item-Kategorien: Über die Variation abfragen
Lektion: Die Kategorien eines Items bekommt man nicht direkt am Item, sondern über die Variation.
Endpoint: GET /rest/items/{itemId}/variations/{variationId}?with=variationCategories
Response:
{
variationCategories: [
{ categoryId: 93 }, // Kategorie-ID
{ categoryId: 142 }
]
}
Tipp: Ergebnisse lokal cachen (z.B. SQLite-Tabelle item_category_cache), um die API nicht bei jedem Sync zu belasten. Kategorien ändern sich selten.
VIII. Tags & Item-Management
22. Tags sind Variations-bezogen, nicht Item-bezogen
Lektion: Tags werden pro Variation gesetzt, nicht pro Item.
Endpoints:
POST /rest/items/{itemId}/variations/{variationId}/variation_tags
Body: { tagId: 123 }
DELETE /rest/items/{itemId}/variations/{variationId}/variation_tags/{tagId}
Besonderheiten:
409 Conflictbeim Hinzufügen = Tag existiert bereits → ignorieren404 Not Foundbeim Löschen = Tag existiert nicht → ignorieren- Beides sind erwartete Zustände, keine Fehler
IX. Cycle Times & KPIs
23. Durchlaufzeiten berechnen: Statushistorie statt Auftragsdaten
Lektion: Um Durchlaufzeiten (z.B. "wie lange dauert es von Auftragseingang bis Versand?") zu berechnen, die Statushistorie verwenden — nicht die Auftrags-Timestamps.
Pattern:
-- Erste Ankunft in Status-Range ermitteln
SELECT MIN(status_at) as first_5
FROM status_history
WHERE order_id = ? AND status_id >= 5 AND status_id < 6;
-- Cycle Times berechnen
SELECT
MIN(CASE WHEN status_id >= 5 AND status_id < 6 THEN status_at END) as first_5,
MIN(CASE WHEN status_id >= 6 AND status_id < 7 THEN status_at END) as first_6,
MIN(CASE WHEN status_id >= 7 THEN status_at END) as first_7
FROM status_history
WHERE order_id = ?;
-- Dann: 5→6 = first_6 - first_5, 6→7 = first_7 - first_6, 5→7 = first_7 - first_5
Tipp: Für Business-Hours-Berechnung Wochenenden ausschließen. SQLite braucht dafür eine Custom Function:
db.function('business_hours', (startIso, endIso) => {
// Montag-Freitag zählen, Samstag/Sonntag ignorieren
});
X. Properties (neue Eigenschaften, nicht Merkmale!)
24. Properties vs. Merkmale: Zwei verschiedene Systeme
Lektion: Plentymarkets hat zwei Eigenschaftssysteme, die nicht kompatibel sind:
| System | API-Felder | Endpunkte |
|---|---|---|
| Merkmale (alt) | itemProperties, variationProperties |
/rest/items/{id}/variations/{varId}/variation_properties |
| Eigenschaften (neu) | properties (via with=properties) |
/rest/properties/relations |
Wichtig: Der variation_properties-Endpoint ist für das alte Merkmal-System. Neue Eigenschaften (wie Auswahl-Properties) laufen über /rest/properties/relations.
25. Property-Relation erstellen (Selection-Eigenschaft)
Lektion: Um eine Auswahl-Eigenschaft an einer Variation zu setzen, einen POST auf /rest/properties/relations senden.
Pattern:
const res = await fetch(`${BASE}/rest/properties/relations`, {
method: 'POST',
headers: { Authorization: `Bearer ${token}`, 'Content-Type': 'application/json' },
body: JSON.stringify({
propertyId: 5, // ID der Eigenschaft
relationTypeIdentifier: 'item', // Verknüpfungstyp
relationTargetId: variationId, // mainVariationId des Artikels
selectionRelationId: 48 // ID des Auswahlwerts
})
});
Besonderheiten:
selectionRelationIdwird NICHT im gleichnamigen Response-Feld gespeichert (bleibtnull), sondern alsrelationValues[0].valuemitlang: "0". Das Plenty-UI interpretiert es trotzdem korrekt.- Unique Constraint auf
propertyId + targetId + type: Duplikat-POST → HTTP 500 (Integrity Constraint). Sicher als "bereits gesetzt" behandeln. - Auslesen:
GET /rest/items/{itemId}/variations/{varId}?with=properties→properties.find(p => p.propertyId === X)
Entdeckt: 2026-04-08. Artikeltyp-Eigenschaft (Property 5) auf Variationen setzen.
26. Property-Selections abrufen
Lektion: Die Auswahlwerte einer Eigenschaft bekommt man nicht über einen dedizierten Selection-Endpoint, sondern über die Property selbst mit with=selections.
Pattern:
const prop = await get(`/rest/properties/${propertyId}?with=selections`);
for (const sel of prop.selections) {
const name = sel.relation?.relationValues?.find(v => v.lang === 'de')?.value;
console.log(`ID: ${sel.id} → ${name}`);
}
Nicht funktionierend:
GET /rest/properties/{id}/selections→ 404GET /rest/properties/selections?propertyId={id}→ 403 (fehlende Berechtigung)
Entdeckt: 2026-04-08.
27. Kategorie-Suche: Kein rekursiver Filter
Lektion: Die Plenty-API hat keinen rekursiven Kategorie-Filter. categoryId=X liefert nur Artikel, die direkt in Kategorie X liegen — nicht in Unterkategorien.
Pattern: Kategorie-Baum selbst aufbauen per BFS:
// 1. Alle Kategorien laden
const allCats = []; let page = 1;
while (true) {
const data = await get(`/rest/categories?itemsPerPage=250&page=${page}&type=item&with=details`);
if (!data.entries?.length) break;
allCats.push(...data.entries);
if (data.isLastPage) break;
page++;
}
// 2. BFS: Alle Nachfahren einer Root-Kategorie finden
function getDescendants(rootId) {
const ids = new Set([rootId]);
const queue = [rootId];
while (queue.length) {
const current = queue.shift();
for (const cat of allCats) {
if (cat.parentCategoryId === current && !ids.has(cat.id)) {
ids.add(cat.id); queue.push(cat.id);
}
}
}
return ids;
}
// 3. Artikel pro Kategorie laden und deduplizieren
const allItems = new Map();
for (const catId of getDescendants(rootId)) {
const data = await get(`/rest/items/variations?categoryId=${catId}&isMain=true&itemsPerPage=250`);
for (const v of data.entries) allItems.set(v.itemId, v);
}
Entdeckt: 2026-04-08. includeChildren=true und recursive=true → 422 Invalid Filter.
28. Item-Texte: Nur am Item, nicht an der Variation
Lektion: Artikelnamen (name1, name2, name3) stehen im texts-Array des Items, nicht an der Variation.
Pattern:
// Richtig:
const item = await get(`/rest/items/${itemId}`);
const name = item.texts?.[0]?.name1;
// Falsch — variation.name ist oft leer:
const variation = await get(`/rest/items/${itemId}/variations/${varId}`);
variation.name; // → '' oder undefined
Entdeckt: 2026-04-08. Alle 1612 Care Pack Artikel zeigten "(kein Name)" weil variation.name abgefragt wurde statt item.texts.
XI. API-Endpunkt-Referenz
| Endpoint | Methode | Zweck |
|---|---|---|
/rest/login |
POST | Authentifizierung (Username + Password) |
/rest/orders/search |
POST | Aufträge suchen (mit Filtern & Pagination) |
/rest/orders/{id} |
GET | Einzelauftrag laden |
/rest/orders/{id} |
PUT | Auftrag aktualisieren (z.B. Status ändern) |
/rest/orders/{id}/status-history |
GET | Statushistorie abrufen |
/rest/orders/{id}/documents |
GET | Dokumente eines Auftrags auflisten |
/rest/orders/{id}/documents/{type}/generate |
POST | Dokument generieren (async) |
/rest/documents/{docId} |
GET | Dokument-Binary herunterladen |
/rest/categories |
GET | Alle Kategorien (paginiert) |
/rest/items/{itemId}/variations/{varId} |
GET | Variation mit Kategorien laden |
/rest/items/{itemId}/variations/{varId}/variation_tags |
POST | Tag hinzufügen |
/rest/items/{itemId}/variations/{varId}/variation_tags/{tagId} |
DELETE | Tag entfernen |
/rest/properties/{id}?with=selections |
GET | Eigenschaft mit Auswahlwerten laden |
/rest/properties/relations |
POST | Eigenschafts-Verknüpfung erstellen (neue Properties) |
/rest/properties/relations/{relId} |
PUT | Eigenschafts-Verknüpfung aktualisieren |
/rest/properties/relations/{relId} |
DELETE | Eigenschafts-Verknüpfung löschen |
XI. Bekannte API-Eigenheiten (Quirks)
-
contactId fehlt manchmal: Nicht direkt am Auftrag, nur über
relations.find(r => r.referenceType === 'contact')erreichbar. Deshalbrelationsimmer mit-laden. -
PUT-Response kann leer sein:
PUT /rest/orders/{id}gibt manchmal einen leeren Body zurück. Immer prüfen ob Text vorhanden bevor JSON-Parse. -
Amounts-Array kann leer sein:
order.amountsist ein Array, meistens 1 Eintrag, kann aber[]sein. Immeramounts?.[0]?.invoiceTotalmit Null-Check. -
Status-History-Format variiert: Manchmal Array, manchmal
{ entries: [] }. ImmerArray.isArray(x) ? x : (x.entries || []). -
Dokument-Download-URL ist anders: Nicht
/rest/orders/{id}/documents/{docId}, sondern/rest/documents/{docId}— ohne Order-Prefix! -
Generierte Dokumente haben erstmal status=pending: Nach
generatesofort fetchen liefert ein unfertiges Dokument. Immer aufstatus === 'done'filtern. -
Fraktionale Status-IDs: 5.1, 5.12, 5.32, 6.01 etc. —
parseFloat()verwenden, nieparseInt().